Die Kunstgeschichte ist es wert entdeckt zu werden

Professionell. Exklusiv. Für Sie.

Jena | Thüringen




Christoph Osterloh ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.

Christoph Kropp ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.



Hallo, mein Name ist Christoph Kropp

 

Kunstwerke sind für mich schon immer mehr als stumme Zeugen vergangener Epochen. Sie sind nicht wirklich stumm. Sie geben mehr preis, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wir haben es oft bloß verlernt sie zu verstehen, zu lesen und zu deuten. Ich bin Kunsthistoriker geworden, um dies zu ändern. Für mich und für Sie.

 

Entdecken Sie mit mir die Kunstgeschichte. Sie ist es wert.

Foto Christoph Osterloh Kunsthistoriker


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Als sog. Pilaster (von lat. „pila“ für „Pfeiler“) wird in der Architektur eine Form des Wandpfeilers bezeichnet, der nur wenig aus der Wand hervortritt. Gleichwohl der Pilaster im Gegensatz zur Säule einen (scheinbar) quadratischen Grundriss aufweist, besitzt er analog zur Säule eine Basis, einen Schaft und ein Kapitell und kann ebenso eine Kannelierung aufweisen. Bedeutsam ist, dass ein Pilaster zwar eine tragende und für die Architektur statisch wichtige Funktion besitzen kann (etwa zur Wandverstärkung), dies aber wiederum nicht muss. Häufig dienen Pilaster schlicht der harmonisch-logischen vertikalen Wand- und Fassadengliederung, als Portal- und Fensterrahmungen oder als scheinbarer Träger des Gebälks, des Gesims oder anderer architektonischer Elemente. Damit sind Pilaster oft Teil und Gestaltungsmittel von sog. Scheinarchitektur – besonders dann, wenn sie z.B. lediglich aus Putz oder Stuck bestehen. Pilaster können alleine oder z.B. zusammen mit Halb- oder Vollsäulen erscheinen und analog zu diesen u.a. auch als sog. Eckpilaster, eng zusammenstehende Doppelpilaster oder gruppiert als scheinbar in der Tiefe gestaffelte Pilaster ausgebildet sein, die sich teils überblenden. Die zwischen 1508 und 1511 im Auftrag von Agostino Chigi erbaute Villa Farnesina ist ein schönes Beispiel für eine vertikal ausschließlich mit Pilastern gegliederte Fassade. Die Pilaster dorischer Ordnung betonen auf durchaus strenge Weise die Gebäudeachsen und flankieren die dort eingelassenen Fenster. Die von den Pilastern „getragenen“ Gesimse dienen hingegen der horizontalen Fassadengliederung und betonen die zwei Vollgeschosse der Villa Farnesina und projizieren diese in gewisser Weise nach außen. Die zwei zusätzlichen Halb- bzw. Zwischengeschosse – sog. Mezzanine (von ital. „mezzo“ für „halb“) – werden an der Fassade lediglich durch kleine quadratische Fenster abgebildet. Abbildungen: Daniel Gittard, Eckpilaster im Langhaus (1719-1736), o.M. (o.A.), St. Sulpice, Paris. Foto: ©Selbymay / CC BY-SA 3.0 Baldassare Peruzzi, Villa Farnesina (1508-1511), o.A. (o.M.), Travestere, Rom. Foto: ©Peter1936F / CC BY-SA 3.0 #kunstgeschichteentdecken #architektur #kunst

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Ein sog. Bozzetto (ital. für Skizze) ist ein plastischer Entwurf bzw. ein skizzenhaftes dreidimensionales Modell, das vor allem in der Bildhauerei für Skulpturen und Plastiken verwendet wird. Bozzetti stellen besonders in der Bildhauerei eine zentrale und wichtige Stufe zwischen der ersten Idee bzw. dem ersten Entwurf eines Künstlers – dem sog. disegno – und dem final ausgeführten Werk dar: Mit dem Bozzetto wird der zunächst zweidimensional zu Papier gebrachte Entwurf erstmals in ein dreidimensionales Modell überführt. Der Zweck des Bozzettos besteht zunächst darin, den ersten Entwurf des Künstlers in ein Modell zu übertragen, um es erstmals von allen Seiten betrachten zu können. So kann die spätere Ausführung geplant und die gesamte Komposition in der dritten Dimension überprüft, angepasst oder ggf. verändert werden. Darüber hinaus dient der Bozzetto auch als eine Art Bewerbung für einen ausgeschriebenen Auftrag. Als solche ist der Bozzetto also auch für den Auftraggeber von Relevanz, um einen Entwurf vor Auftragsvergabe plastisch betrachten und vor finaler Ausführung etwaige Änderungswünsche äußern zu können. Daher bestehen Bozzetti meist aus leicht formbaren Materialen, wie etwa Ton, Wachs oder Gips. Bozzetti sind aus kunsthistorischer Sicht besonders bedeutend, da sie analog zur Zeichnung, den ersten dreidimensionalen Entwurf bzw. die erste Idee des Künstlers offenbaren. Damit sind sie ein wichtiges Zeugnis für die ursprüngliche Komposition und Intention des Künstlers, woraus sich wiederum wertvolle Rückschlüsse auf die Entstehungs- und Ausführungsgeschichte des finalen Werks ergeben. Insofern können Bozzetti in der Bildhauerei durchaus als Teil des disegno betrachtet werden. Abbildung: Giovanni Bernini, Bozzetto einer nicht ausgeführten Brunnengruppe für die Piazza Navona in Rom (1653), Ton (36,6 x 29 x 19,5 cm), ©Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Fotograf: Jörg P. Anders CC BY-NC-SA 3.0 DE @staatlichemuseenzuberlin #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte

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