Die Kunstgeschichte ist es wert entdeckt zu werden

Professionell. Exklusiv. Für Sie.

Jena | Thüringen




Christoph Osterloh ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.

Christoph Osterloh ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.



Hallo, mein Name ist Christoph Osterloh, Kunsthistoriker.

 

Kunstwerke sind für mich schon immer mehr als stumme Zeugen vergangener Epochen. Sie sind nicht wirklich stumm. Sie geben mehr preis, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wir haben es oft bloß verlernt sie zu verstehen, zu lesen und zu deuten. Ich bin Kunsthistoriker geworden, um dies zu ändern. Für mich und für Sie.

 

Entdecken Sie mit mir die Kunstgeschichte. Sie ist es wert.

Foto Christoph Osterloh Kunsthistoriker


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Mit der sog. Herme möchte ich euch heute ein architektonisches/bildhauerisches Element vorstellen, das man grob als eine Art Synthese zwischen einem Pfeiler und einer Skulptur beschreiben kann. Der Name der Herme leitet sich von der griech. Gottheit Hermes ab – dem Schutzgott der Reisenden u. Kaufleute (u.a.). Die Bezeichnung deutet dementsprechend bereits die antike bzw. ursprüngliche Funktion der Herme an: Sie stellte zunächst Hermes (oftmals mit Phallus als Symbol der Zeugungskraft) dar und fungierte primär als gestaltete Markierung von Wegen. Noch in der Antike kam es zur Ausweitung der Motive, sodass neben Hermes schnell auch andere Götter oder Philosophen zur Repräsentation und Ehrung in Form einer Herme (oder Doppelherme) dargestellt wurden. Verstärkt wurde diese Ausweitung der Motive durch den zunhemenden Verlust der Funktion als ausschließliche Wegemarkierung. Somit trat ab dem 16. Jh. auch eine dekorative Funktion der Herme in den Vordergrund. So wurde sie besonders im Barock häufig als dekoratives Element an Architekturen genutzt – z.B. als figürlicher Gebälkträger (Bsp. heutige @thueringerstaatskanzlei). Darüber hinaus wurde die Herme auch als eine Gestaltungsform des Denkmals verwendet, wo sie das Abbild einer bedeutenden Persönlichkeit darstellt, womit letztlich an die einstige antike Funktion der Repräsentation und Ehrung angeknüpft wird. (Bsp. Ernst-Abbe-Denkmal, Jena). . Abbildungen: Unbekannter Künstler, Antike Herme (5. Jd. v. Chr.), Marmor (o.M.), Archäologisches Museum, Istanbul. Foto: QuartierLatin1968 / CC BY-SA 3.0 . Agostino Veneziano, Zwei Hermen (1536), Kuperstich (20,0 x 12,6 cm), Rijksmuseum, Amsterdam. CCO . Maximilan von Welsch, Hermen des Hauptportals (18. Jh.), o.A. (o.M.), Ehemalige Kurmainzische Statthalterei, heutige Thüringer Staatskanzlei, Erfurt. Foto: Eigene Aufnahme . Max Klinger, Herme mit der Büste von Ernst Abbe (1908/11), Marmor (o.M.), Ernst-Abbe-Denkmal, Jena. Foto: Eigene Aufnahme . #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte #kunsthistoriker #antike #architektur

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Heute möchte ich euch die sog. figura serpentinata vorstellen. Dies ist ein Kompositionsschema der Malerei und Bildhauerei, das sich durch eine schlangenförmige, in sich gedrehte und nach oben strebende Bewegung auszeichnet. Es wurde und wird sowohl für einzelne Figuren, als auch für ganze Figurengruppen genutzt und verleiht diesen bzw. dem gesamten Kunstwerk eine enorme Dynamik, Bewegung und Dramatik. Beispiel: Die Laokoon-Gruppe und die dramatische Verdrehung der Körper im Todeskampf gegen die Schlangen der griech. Göttin Athene. Darüber hinaus stellt die figura serpentinata immer auch eine sehr gute Möglichkeit für den Künstler bzw. die Künstlerin dar, das eigene künstlerische Können zu präsentieren: Die figura serpentinata lässt einen enormen Variantenreichtum an Figurenformen zu und verfügt über eine hohe Variabilität in der Darstellung des einzelnen menschlichen Körpers und der komplexen Verschachtelung mehrerer Körper ineinander – die Möglichkeiten sind nahezu unendlich (siehe z.B. das kl. Jüngste Gericht von Rubens). Mich persönlich beeindrucken dabei immer mehrfigurige Werke aus der Bildhauerei. Das Paradebeispiel: Der Raub der Sabinerin von Giambologna. Hier ist jede Einzelfigur für sich in der Komposition einer figura serpentinata dargestellt. Gleichzeitig ist jedoch auch das aus diesen drei ineinander verschachtelten Figuren bestehende Gesamtwerk als eine ebensolche komponiert – eine wichtige Feststellung für die Vielansichtigkeit dieser Skulptur und vieler weiterer. Sie möchte und muss von allen Seiten betrachtet werden. Was sagt ihr zur Komposition des Raubes der Sabinerin von Giambologna oder zur figura serpentinata an sich? Schreibt's in die Kommentare! Abbildungen: Unbekannter Künstler (nach griech. Künstlern), Laokoon (1. Hälfte des 1. Jhs. v. Chr.), Marmor (184 cm), Vatikanische Museen, Vatikanstadt. Foto: Eigene Aufnahme. Giambologna, Raub der Sabinerin (1582), Marmor (410 cm), Loggia dei Lanzi, Florenz. Foto: sailko, CC BY-SA 3.0 Peter Paul Rubens, Das kleine Jüngste Gericht (um 1621/22), Öl auf Holz (184,5 x 120,4 cm), Alte Pinakothek, München. CC BY-SA 4.0 @pinakotheken #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte #museum

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