Die Kunstgeschichte ist es wert entdeckt zu werden

Professionell. Exklusiv. Für Sie.

Jena | Thüringen




Christoph Osterloh ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.

Christoph Kropp ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.



Hallo, mein Name ist Christoph Kropp

 

Kunstwerke sind für mich schon immer mehr als stumme Zeugen vergangener Epochen. Sie sind nicht wirklich stumm. Sie geben mehr preis, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wir haben es oft bloß verlernt sie zu verstehen, zu lesen und zu deuten. Ich bin Kunsthistoriker geworden, um dies zu ändern. Für mich und für Sie.

 

Entdecken Sie mit mir die Kunstgeschichte. Sie ist es wert.

Foto Christoph Osterloh Kunsthistoriker


Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Mit diesem Beitrag möchte ich euch mit dem Christus Pantokrator den wichtigsten Typus des Christusbildes u.a. in der byzantinischen Kunst vorstellen. Die Darstellung Christi als Christus Pantokrator findet sich traditionell in den Kuppeln, Apsiskalotten oder Vorhallen (Narthex) von sog. Kreuzkuppelkirchen – der typischen Form des byzantinischen und orthodoxen Kirchenbaus – da sie mit als die ranghöchsten und folglich einzigen Orte einer Kirche gelten, an denen die Darstellung Christi als Weltenherrscher überhaupt möglich und denkbar ist. Daneben existieren aber auch entsprechende Ikonen an Ikonostasen orthodoxer Kirchen. Der Typus des Christus Pantokrator zeichnet sich dadurch aus, dass er Christus frontal als halbe oder ganze Figur mit Heiligenschein (Nimbus) darstellt. Zudem hält Christus ein Evangelienbuch in seiner linken Hand und hat seine rechte Hand zum sog. griech. Segensgestus erhoben – d.h. hier sind nur der Ringfinger und der Daumen zusammengeführt. Beim sog. lat. Segensgestus bilden hingegen der ausgestreckte Daumen-, Zeige- und Mittelfinger den Segensgestus. Ein sehr schönes Beispiel eines Christus Pantokrator befindet sich in der Apsiskalotte der Kathedrale von Cefalù auf Sizilien, die im 12. Jh. im Auftrag des normannischen Königs Roger II. erbaut wurde. Bedeutsam und wichtig zu betonen ist, dass es sich bei dieser Kathedrale eben nicht um eine byzantinische Kreuzkuppelkirche handelt, sondern um ein Gotteshaus der lat. Kirche, für dessen Ausschmückung des Chores man sich folglich der byzantischen Kunst bediente und einen Christus Pantokrator von byzantischen Mosaikkünstlern im Chor eines lat. Kirchenbaus darstellen ließ. Byzantische Mosaikkünstler, Christus Pantokrator (9. Jh.), Mosaik (o.M.), Hagia Sophia, Istanbul. Myrabella / CC BY-SA 3.0 Byzantische Mosaikkünstler, Christus Pantokrator (1148), Mosaik (o.M.), Kathedrale von Cefalù, Sizilien. Andreas Wahra / CC BY-SA 3.0 Byzantische Mosaikkünstler, Christus Pantokrator (13. Jh.), Mosaik (o.M.), heutige Fethiye-Moschee, Istanbul. G. dallorto / CC BY-SA 2.5 #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte #geschichte #christus #ikone

Ein Beitrag geteilt von kunstgeschichte-entdecken (@kunstgeschichte_entdecken) am

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Nach der Rocaille möchte ich euch mit diesem Beitrag eine weitere Ornamentform vorstellen: die Groteske. Wie beschrieben wird so ein aus Rankenwerk bestehendes Ornament bezeichnet, in das u.a. phantastische Tier- und Pflanzenmotive, Menschenfiguren oder Mischwesen (etc.) eingefügt sein können. Die Groteske stammt aus der Antike und wurde in der Renaissance (genauer gegen Ende des 15. Jh.) u.a. in den verschütteten Räumen des von Kaiser Nero im 1. Jh. v. Chr. erbauten Palastes "Domus aurea" (siehe erstes Bsp.) wiederentdeckt. Da zunächst davon ausgegangen wurde (und vereinzelt noch wird, es existieren verschiedene Angaben), dass es sich bei den Räumen um unterirdische Räume handelt, wurde die Bezeichnung für die nun wiederentdeckte Ornamentform von dem Ort der Wiederentdeckung abgeleitet: Aus dem Italienischen "grotta" für "Höhle" - "grottesco" für "seltsam" bzw. "höhlenmäßig". Schnell wurde die Groteske von den Künstlern der Renaissance kopiert und weiterentwickelt und fand somit Einzug in die Kunst der Neuzeit. Ein herausragendes frühes Beispiel findet sich etwa in den von Raffael mit Fresken ausgemalten Loggien im Vatikan: Die dortigen Pilaster wurden von Giovanni da Udine mit Grotesken freskiert. Spätere Beispiele finden sich in den Fresken der Villa d'Este in Rom und im Palazzo Farnese in Caprarola. Abbildungen: Fabullus, Antike Groteske (1. Jh. v. Chr.), Fresko (o.A.), Domus aurea, Rom. Foto: ©Sebastià Giralt (flickr) / CC BY-NC-SA 2.0 Taddeo u. Frederico Zuccari Groteske (o. D.) Fresko (o.A.), Palazzo Farnese, Caprarola. Foto: ©Livioandronico2013 / ©Hotepibre / CC BY-SA 4.0 Lucas Kilian, Groteske (1607), Kupferstich (19 x 14,2 cm), ©Rijksmusuem, Amsterdam. Foto: CC0 #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte #entdecken #groteske #kunst #museum #wissen

Ein Beitrag geteilt von kunstgeschichte-entdecken (@kunstgeschichte_entdecken) am