Die Kunstgeschichte ist es wert entdeckt zu werden

Professionell. Exklusiv. Für Sie.

Jena | Thüringen




Christoph Osterloh ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.

Christoph Osterloh ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.



Hallo, mein Name ist Christoph Osterloh, Kunsthistoriker.

 

Kunstwerke sind für mich schon immer mehr als stumme Zeugen vergangener Epochen. Sie sind nicht wirklich stumm. Sie geben mehr preis, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wir haben es oft bloß verlernt sie zu verstehen, zu lesen und zu deuten. Ich bin Kunsthistoriker geworden, um dies zu ändern. Für mich und für Sie.

 

Entdecken Sie mit mir die Kunstgeschichte. Sie ist es wert.

Foto Christoph Osterloh Kunsthistoriker


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Mit diesem Beitrag möchte ich euch heute die sog. Rocaille vorstellen. Wie beschrieben wird so eine muschelförmige und asymmetrische Ornamentform bezeichnet, die sich vor allem im Rokoko großer Beliebtheit erfreute. Das Rokoko entwickelte sich etwa ab 1720/30 aus dem Spätbarock und dauerte bis etwa 1770/80 an, ehe es ab ca. 1770 vom aufkommenden Klassizismus abgelöst wurde. Die Rocaille ist die zentrale Ornamentform des Rokoko. Sie zeichnet sich besonders durch ihre Asymmetrie, Verspieltheit und graziöse Leichtigkeit aus. Besonders letztere führte dazu, dass die einstige Schwere und der subjektiv oftmals als überladen empfundene Prunk des Barock nach und nach überwunden wurden. Gleichwohl muss betont werden, dass – besonders aus heutiger Sicht – auch einige Beispiele des Rokoko subjektiv ganz und gar nicht als leicht, sondern durch das “moderne Auge“ sehr wohl als schwer und überladen empfunden werden. Doch auch hier zeigt sich diese gewisse Leichtigkeit des Rokoko: Nämlich in leeren und ungestalteten Flächen, die oft zwischen den einzelnen Rocaille-Ornamenten liegen. Die Rocaille wurde sowohl im Kunsthandwerk (z.B. für Möbel), als auch in der bildenden Kunst verwendet. Bei letzterem besonders in der Architektur, etwa zur Verzierung von Decken- oder Wandflächen. Die für mich schönsten Beispiele sind zum einen der weltberühmte Rokokosaal der Anna Amalia Bibliothek Weimar und das Spiegelkabinett der Würzburger Residenz, die beide UNESCO-Weltkulturerbe sind. (Aufgrund fehlender Bildrechte/Publikationsgenehmigungen kann ich euch davon leider keine Abbildungen zeigen.) . Kennt ihr weitere Beispiele des Rokoko? Schreibt's in die Kommentare! . Abbildungen: . Anonym (nach Franz Xaver Habermann), Rocaille-Ornament (Mitte des 18. Jhds.), Kupferstich (20,3 x 29,9 cm), Rijksmuseum, Amsterdam. CC0 . Anonym (nach Franz Xaver Habermann / zugeschrieben), Rocaille-Ornament (Mitte des 18. Jhds.), Kupferstich (20,3 x 30,9 cm), Rijksmuseum, Amsterdam. CC0 . Anonym, Rocaille-Ornament (18. Jhd.), Kupferstich (36,8 x 27,7 cm), Rijksmuseum, Amsterdam. CC0 . . . #kunstgeschichteentdecken #entdecken #kunstgeschichte #kunst #geschichte #weimar #würzburg #rokoko #rocaille #barock

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Heute geht es um die sog. "figura piramidale", die meist auch einfach nur Dreieckskomposition genannt wird. Rein formal hat sie eine ordnende Funktion, die das eigentliche Motiv innerhalb des Kunstwerks als eine Einheit erscheinen lässt und sie von anderen Elementen abgrenzt. Sie kann verschiedene Formen aufweisen, wobei sie meist als gleichschenkliges, gleichseitiges oder rechtwinkliges Dreieck gebildet wird, das zur Steigerung der Dramatik und Dynamik auch perspektivisch im Bildraum liegen kann. Die Dreieckskompostion wurde insbesondere in der italienischen Renaissance für religiöse Themen verwendet. Hier sind vor allem Raffaels zahlreiche Madonnendarstellungen und jene der hl. Familie hervorzuheben. Später wurde die Dreieckskomposition nicht mehr primär nur für religöse Themen verwendet, sondern auch auf andere sog. Bildgattungen, wie z.B. Stillleben oder Landschaften, übertragen. Die Dreieckskomposition wurde auch in der Bildhauerei verwendet, wie etwa von Michelangelo für seine Pietà, deren Silhouette die Form eines nahezu gleichschenkligen Dreiecks bildet. Insgesamt muss festgehalten werden, dass die Dreieckskomposition ein wichtiges Argument für die geistige Tätigkeit des Künstlers ist und direkt mit dem geistigen Entwurf in Verbindung steht. Die Komposition eines Kunstwerks ist u.a. von zentraler Bedeutung für dessen Bildaufbau, Wirkung und Deutung und folglich nicht zufällig oder willkürlich, sondern durchdacht und auf ihre bestmögliche Wirkung hin erprobt. . Abbildungen: . Raffael, Die heilige Familie aus dem Hause Canigiani (um 1505/06), Öl auf Holz (131 x 107 cm), ©Alte Pinakothek, München. CC BY-SA 4.0 . Willem Claesz. Heda, Stillleben mit Goldbecher (1635), Öl auf Holz (88 x 113 cm), ©Rijksmuseum, Amsterdam. CC0 . Caspar David Friedrich, Der Greifswalder Hafen (um 1818/20), Öl auf Leinwand (90 x 70 cm), ©Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz / Foto: Jörg P. Anders CC BY-NC-SA . Michelangelo Buonarroti, Pietà (1499), Marmor (174 x 195 x 64 cm), Neu St.-Peter, Vatikan. CC BY-SA 4.0 / Foto: ©Juan M Romero . @pinakotheken @rijksmuseum @staatlichemuseenzuberlin #kunstgeschichteentdecken

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