Die Kunstgeschichte ist es wert entdeckt zu werden

Professionell. Exklusiv. Für Sie.

Jena | Thüringen




Christoph Osterloh ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.

Christoph Kropp ist Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.



Hallo, mein Name ist Christoph Kropp

 

Kunstwerke sind für mich schon immer mehr als stumme Zeugen vergangener Epochen. Sie sind nicht wirklich stumm. Sie geben mehr preis, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wir haben es oft bloß verlernt sie zu verstehen, zu lesen und zu deuten. Ich bin Kunsthistoriker geworden, um dies zu ändern. Für mich und für Sie.

 

Entdecken Sie mit mir die Kunstgeschichte. Sie ist es wert.

Foto Christoph Osterloh Kunsthistoriker


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Als Maßwerk wird in der Architektur die geometrisch konstruierte Schmuckform der Gotik bezeichnet, die sowohl für Sakral-, als auch für Profanbauten verwendet wurde. Das Maßwerk dient vor allem der dekorativen Gliederung u.a. von Wandflächen, Brüstungen, Strebepfeilern und sog. Wimpergen (gotischer Ziergiebel über Portalen oder Fenstern). Das Maßwerk kann vollständig skelettiert (also durchbrochen) sein, oder als sog. Blendmaßwerk ausgeführt und einer Wandfläche vorgeblendet sein. Große Bedeutung hat das Maßwerk für die monumentalen Fenster gotischer Sakralbauten, die ohne das Maßwerk nicht denkbar gewesen wären. Denn hier besitzt das Maßwerk neben einer dekorativen, auch eine statische Funktion, indem es als eine Art tatsächliches Skelett einen elementaren Bestandteil gotischer Fensterflächen darstellt. Ein Maßwerk besteht meist aus Kreisen und zu sog. Pässen (sing. "Paß") zusammengefügten Kreissegmenten. Je nach Anzahl der verwendeten Kreissegmente wird z.B. zwischen Drei-, Vier-, Fünf- oder Sechspaß unterschieden, die u.a. mit Spitzbögen, dem sog. Stabwerk (vertikale/gerade Gliederungselemente) und anderer Formen zu oftmals hoch filigranem und komplexem Maßwerk kombiniert wurden. Es existieren natürlich zahlreiche weitere Variationen und Sonderformen, wie etwa das sog. Harfenmaßwerk am Straßburger Münster, das der eigentlichen Fassade vorgelagert ist und an die Saiten einer Harfe erinnert. Neben Maßwerken aus Stein existieren auch Maßwerke aus Holz oder Eisen. Kennt ihr weitere schöne Beispiele für Maßwerke? Schreibt’s in die Kommentare! Abbildungen: Gotische Baumeister, Maßwerk am südlichen Querhaus (1163-1345), o.M. (o.A.), Notre Dame de Paris, Paris. Foto: Uoaei1 Gotische Baumeister, Maßwerk an der Hauptfassade (1163-1345), o.M. (o.A.), Notre Dame de Paris, Paris. Foto: Daniel Vorndran Gotische Baumeister, Nordquerhaus (1220-1269), o.M. (o.A.), Kathedrale von Amiens, Amiens. Foto: Welleschik Gotische Baumeister, Harfenmaßwerk und Rosettenfenster (ab 1277), o.M. (o.A.), Straßburger Münster, Straßburg. Foto: Benh Lieu Song Alle: CC BY-SA 3.0 #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte #kunsthistoriker #kunst #gotik #kirche #maßwerk #frankreich

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Die Provenienz (lat. „provenire“ für „herkommen“) gibt Auskunft über die Herkunft eines Kunstwerks. Im Idealfall besitzt ein Kunstwerk eine lückenlose Provenienz vom Künstler bis zum heutigen Eigentümer. Eine lückenhafte oder nicht gesicherte Provenienz wird durch die Provenienzforschung u.a. mit Hilfe von Inventarlisten oder Testamenten versucht zu vervollständigen. Große Bedeutung hat die Provenienz für die Echtheit eines Werkes und vor allem für die Klärung der rechtmäßigen Eigentumsverhältnisse. Folglich ist die Provenienzforschung ein wichtiger Bestandteil des Kunsthandels und der Museumsarbeit. So z.B. auch bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die sich hier u.a. auf Kunstwerke konzentrieren, die ab 1933 in die Sammlungen gelangten und eine nicht gesicherte Provenienz aufweisen: „Gemäß der Grundsätze der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden (Washingtoner Principles, 1998) prüfen die Staatsgemäldesammlungen ihre Bestände [...], um festzustellen, ob sich darunter während des Nationalsozialismus unrechtmäßig enteignete Kunstwerke aus ehemals jüdischen Besitz befinden, die restituiert werden können. Zielsetzung ist eine möglichst lückenlose Dokumentation der Provenienzen [...].“ (pinakothek.de/forschung/provenienzforschung). ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Im Jahr 2008 wurde z.B. das angefügte Werk von Willem Kalf an den Enkel des einstigen Eigentümers, dem Maler Josef Block, restituiert. Block war jüdischer Abstammung und musste das Gemälde während der NS-Zeit verfolgungsbedingt unter Druck verkaufen, infolgedessen es der „NS-Kunstagent“ Walter A. Hofer gegen zwei niederl. Gemälde beim damaligen Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen eintauschte. Das Gemälde blieb der Pinakothek erhalten, da es für diese nun rechtmäßig vom Enkel des einstigen Eigentümers erworben wurde. (pinakothek.de/sites/default/files/downloadable/2017-11/PM_Restitution_Kalf.pdf) Abbildung: Willem Kalf, Stillleben mit Porzellankanne (1653), Öl auf Eichenholz (44,9 x 35,7 cm), Alte Pinakothek München. CC BY-SA 4.0 @pinakotheken #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte

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