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Als Trompe-l’œil (frz. für „Täuschung des Auges“) werden vor allem Malereien bezeichnet, die u.a. durch geschickte Perspektivkonstruktionen und dem gekonnten Spiel mit Licht und Schatten die Illusion von plastischen und tatsächlich vorhandenen Motiven vortäuschen. Neben Gemälden profitieren vor allem Architekturen von einem Trompe-l’œil, welches als Wand- oder Deckenmalerei u.a. ganze architektonische Elemente vortäuschen und Räume größer wirken lassen kann. Als Scheinarchitektur erwecken sie hier z.B. die Illusion von vermeintlich vorhandenen Kuppeln oder eines sich in den Himmel öffnenden und um ein vielfaches höher wirkenden Kirchenraumes. Diese Beispiele beeindrucken umso mehr, wenn man auch das dafür notwendige künstlerische Können bzgl. der perspektivischen Verzerrung bedenkt: Denn oftmals sind die zu bemalenden Flächen nicht eben oder gerade, sondern gewölbt. Diese perspektivische Verzerrung muss vom Künstler in der Perspektivkonstruktion der Malereien bedacht und ausgeglichen werden, sodass eine etwaig tatsächlich vorhandene Wölbung der Fläche nicht mehr wahrnehmbar ist und z.B. eine gemalte Säule auf einer gewölbten Decke tatsächlich senkrecht erscheint. Noch schwieriger sind gemalte Kuppeln, deren Wölbung meist stärker ausgeprägt ist, als die Wölbung des Malgrunds. Bei Gemälden sind es hingegen oft einzelne Bestandteile, wie z.B. ein außerhalb des eigentlichen Bildraumes gemalter Vorhang oder ein über die Tischkante und vermeintlich aus dem Bildraum herausragender Teller eines Stilllebens, die als Trompe-l’œil fungieren können und so reale und gemalte Wirklichkeit miteinander verschmelzen lassen. Abbildungen: Andrea Pozzo, Die Apotheose des hl. Ignatius (nach 1685), Fresko (o.M.), Sant'Ignazio di Loyola in Campo Marzio, Rom. CC BY 3.0 / Sailko Andrea Pozzo, Deckenfresken in der Jesuitenkirche Wien (o. J.), Fresko (o.M.), Jesuitenkirche, Wien. CC BY-2.5 / Alberto Fernandez Fernandez Willem Claesz. Heda, Stillleben mit einem bronzenen Bierkrug (1634), Öl auf Holz (44,5 x 62 cm), Rijksmuseum, Amsterdam. #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte #malerei #architektur #kunst #wissen #geschichte

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Ein sog. Bozzetto (ital. für Skizze) ist ein plastischer Entwurf bzw. ein skizzenhaftes dreidimensionales Modell, das vor allem in der Bildhauerei für Skulpturen und Plastiken verwendet wird. Bozzetti stellen besonders in der Bildhauerei eine zentrale und wichtige Stufe zwischen der ersten Idee bzw. dem ersten Entwurf eines Künstlers – dem sog. disegno – und dem final ausgeführten Werk dar: Mit dem Bozzetto wird der zunächst zweidimensional zu Papier gebrachte Entwurf erstmals in ein dreidimensionales Modell überführt. Der Zweck des Bozzettos besteht zunächst darin, den ersten Entwurf des Künstlers in ein Modell zu übertragen, um es erstmals von allen Seiten betrachten zu können. So kann die spätere Ausführung geplant und die gesamte Komposition in der dritten Dimension überprüft, angepasst oder ggf. verändert werden. Darüber hinaus dient der Bozzetto auch als eine Art Bewerbung für einen ausgeschriebenen Auftrag. Als solche ist der Bozzetto also auch für den Auftraggeber von Relevanz, um einen Entwurf vor Auftragsvergabe plastisch betrachten und vor finaler Ausführung etwaige Änderungswünsche äußern zu können. Daher bestehen Bozzetti meist aus leicht formbaren Materialen, wie etwa Ton, Wachs oder Gips. Bozzetti sind aus kunsthistorischer Sicht besonders bedeutend, da sie analog zur Zeichnung, den ersten dreidimensionalen Entwurf bzw. die erste Idee des Künstlers offenbaren. Damit sind sie ein wichtiges Zeugnis für die ursprüngliche Komposition und Intention des Künstlers, woraus sich wiederum wertvolle Rückschlüsse auf die Entstehungs- und Ausführungsgeschichte des finalen Werks ergeben. Insofern können Bozzetti in der Bildhauerei durchaus als Teil des disegno betrachtet werden. Abbildung: Giovanni Bernini, Bozzetto einer nicht ausgeführten Brunnengruppe für die Piazza Navona in Rom (1653), Ton (36,6 x 29 x 19,5 cm), ©Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz. Fotograf: Jörg P. Anders CC BY-NC-SA 3.0 DE @staatlichemuseenzuberlin #kunstgeschichteentdecken #kunstgeschichte

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